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Ant-Man #1

14. Februar 2017

Pascal

ANTMAN1_Softcover_236Man sollte meinen, dass durch Superhelden-Fähigkeiten wie Ant-Man sie besitzt, alltägliche Probleme erst einmal aus der Welt geschaffen sind. Dies würde man Scott Lang auch wünschen, schließlich sind Superhelden-Probleme in Form von Super-Bösewichten eigentlich genug Ballast auf dem Rücken einer Ameise. Dennoch findet sich Scott acht Monate nach dem Abschluss des Secret-Wars im Gefängnis wieder. Aber wie konnte dies geschehen?

Scott Lang hat kein einfaches Leben. Auf emotionaler Seite muss er damit fertig werden, keinen direkten Kontakt mit seiner Tochter Cassie haben zu dürfen.  Dies würde sie vermutlich in das Fadenkreuz diverser Schurken und Bösewichte lenken, was Scott selbstverständlich verhindern möchte. Auf finanzieller Seite schaut es prinzipiell hoffnungsvoll aus, aber auch hier wird ihm das Dasein nicht leicht gemacht. Seine Sicherheitsfirma läuft schon ganz in Ordnung, aber die Ak­qui­si­ti­on von neuen Kunden fällt schwer. Das liegt einerseits am ungeschickten Verhalten von Scott, andererseits hilft auch das spontane Erscheinen von Bösewichten wie Whirlwind nicht, wenn man gerade versucht ein Museum als Kunden zu gewinnen, welches beim zu erwartenden Kampf in Schutt und Asche gelegt wurde.

 

Nun war es aber kein Zufall, dass Whirlwind auf Ant-Man losgelassen wurde. Eine neue App macht das Leben von Superhelden unsicher. Mit dieser kann man einen Schurken der Wahl, gegen ein entsprechendes Kleingeld, auf einen verhassten oder unerwünschten Superhelden schicken. Quasi ‚Uber‘ für Bösewichte. Somit verkompliziert sich das Leben für Scott auch auf heroischer Seite ungemein und unser armer Ameisen-Freund muss sich geschickt anstellen, möchte er alle dieser Probleme Herr werden. Als dann auch noch eine alte Ex-Freundin auf der Bildfläche erscheint, möchte man Ant-Man eigentlich nur noch in den Arm nehmen und fest drücken.

 

Dies erklärt noch nicht im Detail, weshalb Ant-Man im Anschluss an diese Rückschau im Gefängnis sitzt, aber die Ausgangssituation macht einem deutlich, dass die Lage für Ant-Man nicht sehr rosig ist. Und mit der Zeitplanung wird es dann auch spätestens eng, als Captain America Scott einen Besuch abstattet und ihn darum bittet, ihm bei einer gar nicht so ungefährlichen Mission zu helfen.

 

Der erste Softcover-Sammelband der neuen Ant-Man Serie erscheint in Deutschland beim Panini Verlag und beinhaltet die ersten sechs US-Ausgaben der Reihe ‚The Astonishing Ant-Man'(2015), sowie den Comic ‚Who Let The Dad Out'(Marvel Doubleshot 3 von 2003). Die Zeichnungen von Roman Rosanas sind modern, glatt und sehr sauber in ihrem Stil. Ich habe mich in jedem Panel direkt zurechtgefunden und die farbenfrohe Kolorierung sorgte bei mir für eine der Geschichte zuträgliche, heitere Stimmung. Insgesamt ist der Comic, trotz der vielen ernsten Probleme und Momente, die Ant-Man durchleben muss, ein sehr lockerer und auch stellenweise lustiger Marvel Comic. Ich muss schon schmunzeln, wenn Scott zum tausendsten mal damit angibt, dass er ja auch schon einmal Doctor Doom verprügelt hat. Wer mit Ant-Man etwas anfangen kann und nicht zuviel Wert auf eine tiefgründige und aufwühlende Geschichte legt, dem würde ich diesen Comic auf jeden Fall ans Ameisen-Herz legen.

 

Autoren: Nick Spencer
Illustrationen: Ramon Rosanas
Verlag: Panini Comics
Seitenanzahl: 148 Seiten, Softcover
Erstveröffentlichung: DE 2016, US: 2015
Bild: Panini Comics
Copyright 2017 by Pascal Worreschk