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Spider-Woman 1

31. Mai 2017

Sascha Jacob

sw1-197x300 Spider-Woman 1Wenn man ein Blick auf das Cover von Spider-Woman wirft, dürfte einem eine Sache ganz bestimmt auffallen: Der prächtige Babybauch. Jessica Drew, Ex-Avenger, neuerdings Privatdetektivin, steht kurz vor einem neuem Abenteuer ganz anderer Natur. Überlagern Schwangerenklischees hier gute Superheldengeschichten? Oder schafft Marvel den Spagat zwischen Unterhaltung und Mama-Drama? Finden wir es heraus!

 

 

Spider-Woman steckt im Mutterschutz. Der Bauch ist prall und rund und der kleine Quälgeist will einfach nicht rauskommen. Für Jessica Drew heißt das: Kein Rächer-Action mehr. Aber Langeweile steht auch nicht auf dem Programm. Trotz des wachsamen Auges von BFF Carol Danvers aka Captian Marvel mischt sich Jessica mehr als einmal in die alte Arbeit ein, die ihre Partner, Reporter Ben Urich und Ex-Schurke Porcupine, aktuell eigentlich selbständig bewältigen sollten. Aber Jessica ist nicht die Art von Mutter, die sich von so ein bisschen Schwangerschaft davon abhalten lässt, ihr Leben zu leben.

 

Die erste Hälfte des Tradepaperbacks ‚Geburt mit Hindernissen‘ beschäftigt sich mit Jessicas Unwillen, einen Gang zurück zu schalten und ihren für den Leser unterhaltsamen Kampf nicht nur mit Kleinganoven, sondern auch mit den üblichen Schwangerenproblemen. Als Spider-Woman von Cpt. Marvel in einer interdimensionalen Frauenklinik untergebracht wird, scheint sie sich endlich mit ihrer Situation abgefunden zu haben. Doch dann stehen auf einmal Skrull-Terroristen auf der Türschwelle und ein galaktischer Krieg muss abgewendet werden. Fruchtblasen werden platzen.

 

In der zweiten Hälfte von ‚Geburt mit Hindernissen‘ treten die übergroßen Probleme ein wenig zurück. Jess, ganz Powerfrau, kämpft zwar weiterhin, aber ausnahmsweise haben die Superschurken hier mal Pause und die Familienprobleme treten in den Vordergrund. Allerdings schafft Autor Dennis Hopeless es mit Bravour, Jess Kampf mit dem postnatalen Leben genauso, wenn nicht unterhaltsamer, zu gestalten als ihre kosmischen Prügeleien mit grünhäutigen Gestaltwandlern.

 

Hopeless und Zeichner Javier Rodriguez gelingt es dabei einen modernen und spannenden Ton zu treffen, der sich zwischen Sitcom und Superhelden-Drama einpendelt. So fühlen sich die Avengers-Abschiedsfeier inklusive Backpfeife für Iron Man, todkranke Skrullprinzen und Ex-Schurken mit unerwarteten Babysitter-Qualitäten trotzdem organisch und wie aus einem Mix an. Visuell ist Rodriguez Stil reduziert, modern und zuweilen sehr grafisch, sprüht aber vor Kreativität und spannender Ideen. Besonders die interdimensionale Frauenklinik ist da ein Augenschmaus.

 

Spider-Woman 1, ‚Geburt mit Hindernissen‘, sammelt die ersten fünf Ausgaben sowie den Prolog aus ‚Amazing Spider-Man‘ in einem hochwertigen Sammelband mit mattem Cover. Auf 124 Seiten erwartet den geneigten Leser beste Spinnenaction in von Panini gewohnt hoher Sammelbandqualität.

 

Sollte man als knallharter Superheldenfan Spider-Woman lesen? Auf jeden Fall! Besonders wenn man gelangweilt ist von dem Einheitsbrei da draußen, kriegt man mit ‚Geburt mit Hindernissen‘ einen Titel mit angenehmer Abwechslung und Figuren-betonter Story, mit der richtigen Mischung aus Drama, Action und Comedy. Klare Leseempfehlung.

 

Autor: Dennis Hopeless
Illustrationen: Javier Rodriguez
Verlag: Panini Comics
Seitenanzahl: 124 Seiten, Softcover
Erstveröffentlichung: DE 09.2016, US: 2016
Bild: Quelle Panini Comics
Copyright 2017 by Sascha Jacob