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Spider-Women

29. Mai 2017

Sascha Jacob

sw112012 erschien die fünfteilige Mini-Serie ‚Spider-Men‘. In ihr trafen Peter Parker aus Marvels Standard-Universum und der frischgebackene Spider-Man des Ultimativen Universums, Miles Morales, zum ersten Mal aufeinander. Dies sorgte für eine der emotionalsten Spinnenmomente und einen der am längsten unaufgelösten Cliffhanger. Jetzt, einige Jährchen und eine Apokalypse später, steht mit ‚Spider-Women‘ ein neues Crossover ins Haus.

 

 

Durch das multi-dimensionale Spider-Verse Event und die knapp abgewandte Apokalypse in Form des Secret Wars sind unsere spinnenden Helden das Reisen zwischen Welten und Dimensionen inzwischen gewöhnt. So hat sich zwischen Spider-Gwen, Jessica Drew und Silk eine spinnen-basierte Freundschaft entwickelt, in der Jessica, frischgebackene Mutter, für eine kurze Verschnaufpause auf einen Starkbucks-Kaffee (ja, ihr lest richtig!) in Gwens Realtität vorbei schaut und die Jungspinnen Silk und Gwen in Jessica eine mentorhafte Freundin gefunden haben.

 

Bei einem Besuch in Gwens Dimension wird die Gemeinschaft jedoch auf eine harte Probe gestellt, als nach einem Kampf auf einmal die Teleportationsgeräte verschwunden sind, mit denen sich die jungen Spinnendamen zwischen den Welten bewegen. Gefangen in Gwens Realität müssen sie sich nun nicht nur mit mysteriösen Feinden herumschlagen – Jessicas Babysitter muss außerdem Überstunden schieben!

 

In Spider-Gwens Dimension ist vieles anders, Cpt America z.B. ist eine starke Frau, Matt Murdock ein schurkenhafter Anwalt des Bösen. Und so ist es kein Wunder, dass die Gegenstücke der jungen Silk und Jessica Drew in Gwens Dimension auch ihren ganz eigenen Dreh mitbringen und dem Team so einiges an Kopfzerbrechen bereiten. Auch ein alternativer Reed Richards spielt im Verlauf der Geschichte eine tragende Rolle. Und damit kratzen wir nur an der Spitze des Eisbergs.

 

‚Spider-Women‘ ist ein achtteiliges Crossover, dass im Sommer 2016 in den USA erschienen ist und jetzt in einem 212-seitigen Sammelband vorliegt. Voller Dimensionssprünge und überraschenden Wendungen bleibt die Story spannend und nachvollziehbar, erreicht aber nicht ganz die emotionale Wucht des Vorgängers. Trotzdem erhält man mit ‚Spider-Women‘ ein tolles Abenteuer mit starken, tiefen Figuren und einer anspruchsvollen Geschichte.

 

Trotz des großen Teams an Autoren und Künstlern entsteht ein angenehmer Fluss, die Story springt nicht holprig durch Perspektiven wie z.B. Der schwarze Vortex und die Zeichnungen, wenn auch teilweise sehr unterschiedlich, machen es leicht die Figuren auseinander zu halten. Natürlich funktioniert ‚Spider-Women‘ wie jedes Crossover besser, wenn man die entsprechenden Solo-Serien vorher auch verfolgt hat, Panini macht allerdings auch wieder einen sehr passablen Job, den aktuellen Status Quo im redaktionellen Einleitungstext zu erklären.

 

Wer Marvels Welt der Spinnen liebt wird hier bedenkenlos zugreifen, genauso Fans des modernen Marvel-Universums. Trockene Traditionalisten lesen vielleicht erst einmal Probe, sollten aber auch ihren Spaß mit ‚Spider-Women‘ haben. Diese Ladies sind nicht zu unterschätzen!

 
Autor: Dennis Hopeless, Robbie Thompson, Jason Latour
Illustrationen: Joelle Jones, Bengal, Vanesa Del Rey
Verlag: Panini Comics
Seitenanzahl: 212 Seiten, Softcover
Erstveröffentlichung: DE 02.2017, US: 2016
Bild: Quelle Panini Comics
Copyright 2017 by Sascha Jacob