DOCTORWHOGEFANGENEDERZEITBAND2_Softcover_469Die Party geht weiter. Mit dem zweiten Band der „Gefangene der Zeit“-Stroyline wird weiter der britischen Kult-Serie um den zeitreisenden Doktor gehuldigt. Allerdings wird die Party dieses Mal erstaunlich schnell öde.

 

 

Nach den Ereignissen des ersten Bandes geht es in der gewohnten Form weiter. Jeder bisherige Doktor erlebt ein Abenteuer, das im Tonfall an die jeweiligen Epochen erinnern soll. Da die Geschichte mit diesem Band aber abgeschlossen ist, nimmt der überspannende Story-Bogen um die Entführung der Begleiter mehr Platz ein und wird aufgelöst. Und natürlich hat auch ein alter Widersacher des Doktors seine Finger in dem perfiden Plan.

 

Ein Großteil des Charms des ersten Trade Paperbacks lag in den Unterschieden der Doktoren und deren Abenteuern. Diese Abwechslung gibt es zwar immer noch, aber man hat das Gefühl, dass die Autoren es sehr eilig in diesem Band hatten. Die Geschichten fühlen sich stets gehetzt an und werden nur selten zu einem befriedigenden Ende geführt. Da wäre das ein oder andere Panel mehr zu wünschen gewesen. Auch die Auflösung um den maskierten Entführer wirkt zufällig, als ob man sich einfach irgendeine Figur aus dem Universum genommen hat. Das dahinter noch eine weitere Bedrohung steckt ist natürlich klar und so kann keine der Geschichten überraschen.

 

Und auch die Optik mag nicht vollends überzeugen. Ein Teil des Bandes ist ansprechend gezeichnet und es gibt immer wieder hübsche visuelle Einfälle. Doch meistens wirken die Bilder, ähnlich wie die Geschichte, eher lustlos. Schlimm wird das dann beim großen Showdown, der episch sein soll, diese Wirkung aber komplett verfehlt. Die Krone setzt allerdings die Episode „Alles nur Politik“ des achten Doktors auf. Leblose Hintergründe, kaum Mimik und ein künstlicher Stil bilden den Tiefpunkt dieser Reihe.

 

So entlässt einen „Gefangene der Zeit“ mit einem unzufriedenen Gefühl. Als Querschnitt durch die Geschichte dieser popkulturellen Ikone ist es sicherlich ein nettes Werk, dennoch ziehen die banalen Geschichten und die unterdurchschnittlichen Zeichnungen den Lesespaß eher in den Keller. Hier sollten also eher nur die Fans zugreifen, die mehr vom Doktor haben wollen.

 

Autoren: Scott und David Tipton

Illustrationen: diverse

Verlag: Panini

Seiten: 160, Softcover

Bildquelle: Panini Comics

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