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Hellblazer #1

2. Oktober 2017

Pascal

hellblazer-issue-1Wer an John Constantine denkt, denkt vielleicht erst einmal an Keanu Reeves, welcher ihn in der Verfilmung ‚Constantine‘ von 2005 verkörpert hat und ist sich gar nicht bewusst, dass dieser schmuddelige Magier und Anti-Held schon seit den 80ern ein fester Teil des DC Superhelden-Universums ist.
Zugegebenermaßen gehört er eher auch eher zur B-Riege und taucht, seit seinem ersten Erscheinen in Alan Moores ‚Swamp Thing‘-Run, nicht oft neben den
bekannteren Helden der Justice League auf.

 
John Constantine hat kein leichtes Leben. Nachdem ein hinterhältiger Dämon ihn mithilfe eines Fluchs dazu gezwungen hat London zu verlassen, lebte er
jahrelang im amerikanischen Exil und hat seine alte Heimat dabei stets vermisst. Durch diese Vorgeschichte erhalten wir einen fabelhaften Einstieg in den
ersten Rebirth Hellblazer Comic, können wir nämlich Constantine dabei begleiten, wie er zurück in sein geliebtes London reist und als allererste
Amtshandlung das Leben sämtlicher Einwohner aufs Spiel setzt, nur damit der vermaleidete Diener der Hölle ihn doch bitte von seinem Fluch befreit.
 
Dabei hat er wie so oft Glück, dass ihm seine alte Bekannte Mercury zur Hilfe eilt und sie dem Dämon so gemeinsam ein Schnippchen schlagen
können. Somit erst einmal in London angekommen, möchte es John ruhig angehen lassen. Er quartiert sich bei seinem alten Freund und Chauffeur Chaz ein, nicht unbedingt zur Freude dessen Ehefrau und erhofft sich ganz gemütlich in London ankommen zu können. Eine nette Idee, aber selbstverständlich
nicht in die Tat umzusetzen, denn schließlich reden wir hier von John Constantine und dieser zieht den Ärger bekanntlich an, wie ein Haufen Mist die
Fliegen. Nach kurzer Zeit erfährt er von einer gigantischen Bedrohung in Form eines übel gelaunten Djiins und zu allem Überfluss wird auch noch sein
alter Freund Swamp Thing mit in die ganze Sache hineingezogen.
 
Der erste Hellblazer Comic im Rebirth Universum ist für meinen Geschmack äußerst gut gelungen. Constantine ist ein unfassbar unterhaltsamer und
symphatischer Dreckskerl, der es wie kein anderer schafft ein liebenswertes Arschloch zu sein. Dazu ist die Geschichte für Superhelden-Maßstäbe
verhältnismäßig originell und auch einfach sehr gut erzählt. Nach und nach erfährt man mehr über Helden und Gegenspieler und so wird es zu keinem
Zeitpunkt langweilig, oder man hat das Gefühl man kann schon genau voraussehen, was als nächstes geschieht.
 
Auch an der Optik gibt es nichts auszusetzen. Das schmuddelig illustrierte London erzeugt genau die Atmosphäre, die man sich für einen Comic dieser
Art wünscht und für die farbenfroheren Akzente sorgen die Parts rund um Swamp Thing und Mercury, welche gemeinsam auf der Suche nach der Hüterin der Fäule sind.
 
Somit würde ich jedem Freund von symphatischen Anti-Helden, die gerne mit coolen Sprüchen um sich werfen, den aktuellen Hellblazer ans Herz legen. Auch
wenn man bisher noch keine Berührungspunkte mit John Constantine hatte, lohnt es sich sehr hier einmal reinzuschnuppern.
 
Autor: Simon Oliver
Illustrationen: Moriat, Pia Guerra
Verlag: Panini Comics
Seitenanzahl: 156 Seiten, Softcover
Erstveröffentlichung: DE 16.05.2017, US: 2016
Storys: The Hellblazer 1-6 & The Hellblazer Rebirth
Bild: Quelle Panini Comics
Copyright 2017 by Pascal Worreschk