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Silver Surfer: Requiem

27. Oktober 2017

Matthias Holm

SILVERSURFERREQUIEMSOFTCOVER_Softcover_989Der Silver Surfer stirbt. Doch bevor jetzt wieder alle aufschreien, weil sie denken, es wurde schon wieder vielleicht ein wichtiges Crossover-Event mit 7000 Tie-In-Heften verpasst – nein.“Silver Surfer Requiem“ ist eine 2007 entstandene Geschichte in einer anderen Realität, geschrieben von J. Michael Straczynski und gezeichnet von Esad Ribic. Hier muss der eigentlich übermächtige Surfer sich damit abfinden, dass er nicht mehr lange leben wird und wie seine Umgebung auf diese Nachricht reagiert.

 

 

Der Außerirdische mit der hübschen silbernen Haut und dem coolen Weltall-Surfbrett ist eher eine der Figuren aus der zweiten Reihe bei Marvel – verständlich also, dass der Comic damals unter dem Labl der Marvel Knights heraus kam. Doch gerade „Requiem“ deutet an, was für eine tolle Figur im Silver Surfer steckt. Seine Entscheidung, der Herold für den Weltenverschlinger Galactus zu sein und so seinen Heimatplaneten zu retten, war ein selbstloser Akt, der sehr viel Schmerzen nach sich zog. Dies sucht den Surfer nun heim, der gesamte Band ist von einer tiefen Melancholie durchzogen.

 

Dabei ist das Aufeinandertreffen mit bekannten Marvel-Figuren, wie natürlich den Fantastic Four oder Spider-Man, stets sehr geschmackvoll inszeniert. Straczynski benutzt seine Figuren, um einige politische und gesellschaftliche Themen anzusprechen, die vom Silver Surfer aus einer ganz anderen Perspektive betrachtet werden. Doch nicht nur auf der Erde hilft er mit seiner letzten Kraft, auch im Weltraum kommt es zu einer Unterhaltung über die Sinnlosigkeit des Krieges. Das alles ist geschmackvoll geschrieben, klar in der Aussage, doch nie belehrend.

 

Ein riesiges Lob geht hier allerdings an Esad Ribic. Der Mann, der den jüngsten Secret War zu einer visuellen Augenweide hat werden lassen, zeigte hier bereits sein Talent. Jedes Panel strahlt förmlich vor Kraft, sie wirken wie kleine Aquarell-Gemälde. Dabei braucht Ribic gar keine besonders ausdrucksstarken Gesichter, seine Farben und Hintergründe sprechen für sich. Jede Seite ist atemberaubend schön und man kann sich sich stets in ihnen verlieren.

 

Wenn der Silver Surfer am Ende seiner Reise angelangt ist, erkennen auch die Bösen, dass es sich hier um ein ganz besonderes Wesen handelte. Und auch der Leser ist rundum glücklich, hat er hier doch eine wirklich besondere Geschichte lesen dürfen. Schön, dass Panini solche Perlen aus dem Keller holt und uns neu präsentiert.

 

Autor: J. Michael Straczynski

Zeichner: Esad Ribic

Verlag: Panini

Seitenanzahl: 108, Softcover

Veröffentlichung: 26.09.2017

Bildquelle: Panini

 

Copyright 2017 by Matthias Holm