4002051694043Diese gewieften Schweinehunde! – Dies ist kein direktes, eher ein entschärftes, Zitat aus unserer Spielerunde mit „Exit – Das Haus der Rätsel“. Die handliche Zu Hause-Version von „Escape the Room“-Spielen vom Kosmos Verlag erfreut sich großer Beliebtheit, die ersten drei Spiele gewannen zum Beispiel dieses Jahr den Preis zum Kennerspiel des Jahres. Da mit „Das Haus der Rätsel“ nun ein Spiel mit „Die drei ???“-Lizenz Einzug in die Reihe erhält, mussten wir uns das natürlich angucken, unsere Liebe zu den drei Detektiven aus Rocky Beach haben wir offen genug bekundigt.

 

 

Die Ausgangslage ist hierbei ähnlich wie bei den bekannten Räumen – man ist als Spielergruppe eingesperrt und muss sich den Weg hinaus rätseln. Dafür benutzt „Exit“ ein äußerst kluges System: In einem Spielebuch werden die Räume mit eventuellen Hinweisen dargestellt. Die Rätsel befinden sich auf Karten, die Lösung dazu soll man in eine Codierscheibe eingeben. So bekommt man eine Nummer, vergleicht diese mit etwaigen Lösungs-Karten und sofort weiß man, ob man richtig lag oder weiter rätseln muss. Das klingt jetzt aufwendiger als es eigentlich ist und verhindert automatisch, dass man aus Versehen eine falsche Lösung hat.

 

Dabei sind die Rätsel schon durchaus ansprechend. Trotz des Levels „Einsteiger“ musste unsere Gruppe an der einen oder anderen Stelle schon mal länger sitzen. Doch das Spiel ist nie unfair – viel mehr einfach unerwartet. Natürlich soll an dieser Stelle nicht gespoiled werden, aber das Zitat aus der Einleitung bezog sich auf das letzte Rätsel, auf dessen Lösung wir wirklich nur per Zufall gestoßen sind.

 

Ein Highlight hierbei ist die Interaktion mit dem Spielmaterial. Denn wenn man es ein mal durch hat, kennt man ja die Rätsel. Also haben sich die Autoren Inka und Markus Brand Aufgaben ausgedacht, bei dem gemalt, geschnitten und herum gedreht werden muss. Dadurch gibt es zwar keinen Wiederspielwert, lockert das Ganze aber enorm auf.

 

Doch das alles boten auch die vorigen „Exit“-Spiele. „Das Haus der Rätsel“ macht aber wirklich das Beste aus seiner Lizenz. So ist das Material in den zu den Detektiven passenden Farben Weiß, Rot und Blau eingefärbt, außerdem geht es in der Geschichte darum, Justus, Peter und Bob zu finden. Auch manche Rätsel beziehen die Jungs aus Rocky Beach mit ein, auch wenn sich dies entspannt aus dem Kontext heraus erschließen lässt. Und am Ende gibt es sogar wundervolle, kleine Gimmicks, die jeden Fan ein Lächeln aufs Gesicht zaubern.

 

Ja, es ist äußerst schade, dass man die „Exit“-Spiele nur ein mal verwenden kann. Dafür gibt es inzwischen zehn Rätselsammlungen in drei unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Mit der angegebenen Spieldauer von 45 bis 90 Minuten ist man auch gut bedient. Wer also mal Lust auf kreative Kopfnüsse zum knobeln hat, kommt um diese Reihe nicht vorbei – und Fans der drei ??? um „Das Haus der Rätsel eh nicht.

 

Achja – und versucht ruhig, uns zu schlagen 😉

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Autoren: Inka & Markus Brand

Illustrationen: Silvia Christoph, Katja Annette Witt, Fine Tuning

Story: Ben Nevis

Altersempfehlung: ab 10 Jahre

Spieler: 1-4

Spielzeit: 45-90 Minuten

Bildquelle: Kosmos

 

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